Als ich letztens wegen einer kleineren Angelegenheit mal wieder in einer Auto-Werkstatt war, fiel mir eine unangenehme Begebenheit aus dem Jahr 2009 wieder ein, über die ich mich noch heute maßlos ärgern könnte. Zugetragen hatte sich alles bei Auto-Naumann in Witten.

Ich holte meinen Wagen von der großen Inspektion ab, zahlte und fuhr heimwärts. Schon auf den ersten Metern bei noch niedriger Geschwindigkeit fiel mir ein Klackern – ein leises „tack-tack-tack“ – auf, das mich verunsicherte, weil ich es nicht zuordnen konnte. Ich machte sofort kehrt und bat den Besitzer des Autohauses um Prüfung der Angelegenheit. Der setzte sich für eine kleine Probefahrt zu mir in den Wagen, wollte aber partout nichts hören und gab mir leicht genervt das Gefühl, dass ich mir das nur einbildete. Es sei vielleicht wegen der Reifen, deren Luftdruck er habe anpassen müssen. Ich war verunsichert, entschied mich aber, dem Profi zu glauben.

Ein Fehler, für den ich mich noch heute ohrfeigen könnte. Denn nun fuhr ich ein paar Tage so herum, aber immer mit einem schlechten Gefühl, weil ich einfach merkte, dass irgendwas nicht in Ordnung war. Auch wenn mir vor der unfreundlichen Behandlung graute, entschied ich mich schließlich, noch einmal in das Autohaus zu fahren und bat meinen Freund – der das Geräusch übrigens wahrnahm, obwohl er mit den Fahrgeräuschen meines Autos auch nicht zu 100 Prozent vertraut ist, da er einen eigenen Wagen hat – mich zu unterstützen.

Das war also Pudels Kern! Die peinliche Suche im Autohaus

Dort angekommen, bestand der Besitzer absurderweise darauf, noch eine Probefahrt mit uns zu machen und da er wieder nicht hörte, ließ er sich nur widerwillig überzeugen, den Wagen mal auf die Hebebühne zu heben. Mit einem diffamierenden, fast schon nachäffenden Tonfall meldete er seinen Mechanikern noch, dass das Auto „angeblich tack-tack-tack machen würde“. Mein Freund – wohlgemerkt auch Laie – merkte an, dass das Geräusch seiner Meinung nach von vorne rechts käme, weswegen dort zuerst gesucht wurde. Und siehe da: Ein Nagel steckte im Reifen!

Traurig finde ich an dieser Sache nicht, dass der „Profi“ das Geräusch nicht hörte, denn es war tatsächlich nicht sehr laut und zudem hat jedes Modell seine ganz eigenen Fahrgeräusche. Auch kritisiere ich nicht so sehr, dass sich der Nagel überhaupt in den Reifen bohren konnte, wenn ich auch der Meinung bin, dass eine Werkstatt wegen dieser Gefahr stets auf einen besenreinen Boden achten müsste.

Katastrophal ist aber, dass dem Kunden hier kein Glauben geschenkt und sein Problem ganz offensichtlich als Fantasterei belächelt wurde. Und dass ich als weibliche Kundin erst mit männlicher Verstärkung anrücken musste, um überhaupt Gehör zu finden. Auch wenn der Reifen dann kostenlos gefixt wurde: Noch heute beschleicht mich stets ein ungutes Gefühl, wenn ich das Autohaus passiere. Meine Inspektionen lasse ich jedenfalls schon lange woanders machen. Denn: Service sieht definitiv anders aus.